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D E R E R S T E W E L T K R I E G Der nun folgende Abschnitt teilt sich in zwei Teile, zum einen in den, der die Geschehnisse in den Jahren 1914-1918 wiedergibt und zum anderen in den, der die Ereignisse im zweiten Weltkrieg von 1940-1945 wiedergibt. Aus Bärenbach wurden 56 Mann zum Militär eingezogen. Die Namen der Kriegsteilnehmer sind angegeben. In der Kriegszeit mussten alte Leute, Frauen und Kinder in der Landwirtschaft arbeiten. In den letzten Kriegsjahren wurden Gefangene (Russen) eingeteilt und in der Landwirtschaft beschäftigt. Deutschland befand sich mit seinen Nachbarländern größtenteils im Krieg. Die Zufuhr von Lebensmittel war dadurch völlig unterbunden und Deutschland musste mit seinen eigenen Erzeugnissen und Lebensmittel auskommen. Am Anfang wurden sehr viele Lebensmittel freiwillig abgegeben, dann folgten die Abgaben zwangsweise. Für die Landwirtschaft wurden sehr strenge Bestimmungen erlassen. Die Anbauflächen der Landwirtschaft mussten angegeben werden, der Ernteertrag wurde pro Hektar geschätzt und danach mussten die Lebensmittel abgegeben werden. Die Abgaben bezogen sich auf Getreide aller Art, Kartoffeln, Vieh, Fleisch, Heu und Stroh. Die Ablieferungsbestimmungen brachten viel Ärger. Das Verfüttern von Getreide aller Art oder Kartoffeln an Vieh war streng verboten. Butter und Eier mussten abgeliefert werden. Wenn man seinen Verpflichtungen nicht nachkam wurden die Kühe unter Aufsicht gemolken. Bei den Eiern war die Zahl der Hühner für die Abgabenhöhe maßgebend. Kam man seinen Verpflichtungen nicht nach fanden auch hier öfter Untersuchungen statt. Wurde dabei etwas gefunden, so wurde es ohne Ausgleich eingezogen und zudem noch streng bestraft. Weitere Einzelheiten zu erwähnen würde zu weit führen. Erst nach Kriegsende wurden diese Zwangsabgaben nach und nach abgebaut. Der Verkauf von Vieh musste den Behörden gemeldet werden, was aber in den seltensten Fällen beachtet wurde. Die Erzeugnisse zum Eigenverbrauch wurden den Leuten zurückgelassen, aber diese Menge war sehr gering. Für das Mahlen von Korn zu Mehl gab es Mahlkarten. Von einem Zentner Korn musste die höchstmögliche Menge an Mehl gemahlen werden. Die Mengen des Eigenbedarfes wurden pro Kopf gerechnet. Durch diese Zwangsabgaben wurde der Landwirt zum Dieb an seinen eigenen Erzeugnissen. Fleisch stand nur noch in kleinen Mengen zur Verfügung, deshalb wurde nicht selten nachts Vieh schwarz geschlachtet. Beim Rückzug der deutschen Armeen vom 16.–30. November hatte Bärenbach tagelang sehr starke Einquartierungen von allen Truppengattungen. Anfang Dezember erfolgte dann der französische Einmarsch und die Besatzung. Ständige Einquartierungen hatte Bärenbach nicht. Ferner waren an 8 Tagen französische Truppen und an einem Tag amerikanische Truppen einquartiert. Von Sohren aus wurden eine Zeit lang täglich Patrouillen durchgeführt. Die Gemeindevorsteher trugen während dieser Zeit eine große Verantwortung. In der Zeit der Besatzungstruppen hatten die Einwohner viel zu leiden. Einschränkungen aller Art waren an der Tagesordnung. Nach 9 Uhr abends durfte niemand mehr sein Haus verlassen. Der Verkehr außerhalb konnte nur noch mit Ausweis mit Bild erfolgen. Ab 14 Jahre war jeder verpflichtet einen Ausweis zu besitzen und bei sich zu tragen. Zuwiderhandlungen wurden von der Besatzungsbehörde bestraft. Auch jetzt wurden Abgaben fällig, nicht mehr an die eigenen Truppen, sondern an die Besatzungsmacht. Eine Zeitlang musste jeder Ort pro Woche ca. 12-15 Pfund Butter und 40-50 Eier an die Besatzungsmacht gegen Höchstpreise abgeben. Die Lieferung erfolgte an das Bürgermeisteramt. Auch Heu, Stroh und Hafer mussten abgegeben werden. Von den Besatzungsbehörden wurden sogar Leute ins unbesetzte Gebiet ausgewiesen, die Ihnen nicht angenehm waren. Bürgermeister Weis von Büchenbeuren wurde vom 26. April 1923 bis zum 15.09.1924 ausgewiesen. Laut Friedensvertrag musste Deutschland Vieh aller Gattungen an den Feindbund abliefern. In Bärenbach wurden 2 Kühe ausgesucht. Anfang Januar 1923 besetzte der Feind rechtswidrig das Ruhrgebiet. Obwohl in dieser Zeit schon eine starke Unterwertung des Geldes bestand, setzte sich die Inflation durch die Besetzung erst richtig in Gang. Die Entwertung ging dann mit Riesenschritten bis November 1923 weiter. Eine neue Währung wurde eingeführt, die "Rentenmark". Große Werte gingen damit verloren, fast niemand wurde davon verschont. Die Geldentwertung war nicht vorauszusehen; um so größer war das Elend, das sie mit sich brachte. Das deutsche Reich hatte während des Krieges eine Kriegsanleihe von 19 Milliarden Mark auf sich nehmen müssen. Jeder, der Geld zur Verfügung hatte unterzeichnete eine solche Kriegsanleihe. Größere Beträge, die Generationen von Familien gespart hatten und auf einer Bank angelegt hatten, wurden für eine Kriegsanleihe gezeichnet. Die Gemeinde Bärenbach hatte eine Kriegsanleihe von 70.000 Mark. Dieses Geld war zum größten Teil aus den Kriegsjahren vom Erlös von Holz aus dem Wald. Gelder, die von Einwohnern gezeichnet wurden bestanden hauptsächlich aus Goldwährung. Im Jahr 1924-1925 mussten die Kriegsanleihen zur Aufwertung angemeldet werden. Die Aufwertung erfolgte für 100 Mark zu 12,50 Mark zuzüglich 5% Zinsen bis zur Auslosung. Die letzte Auslosung war im Jahr 1942. Für Gelder, die vor 1918 auf einer Bank unter Staatsaufsicht eingezahlt wurden und dort verblieben sind, ist eine Aufwertung von 23% erfolgt. Die Kriegsanleihen, die gekauft worden sind und nicht selbst gezeichnet waren, wurden mit 22 % entwertet. Während des Krieges erhielten Frauen, Kinder und Alte eine Unterstützung, wenn die Ernährer eingezogen waren. Eine monatliche Rente wurde den Hinterbliebenen bei Tod, Verwundung oder Krankheit gezahlt. Später soll ein Überblick der Geldverhältnisse gegeben werden. Es soll nicht unterlassen werden, die zu dieser Zeit bestehenden Geldscheine, Zahlungs- und Kaufwerte im Bild zu zeigen. Mit der Lebensversorgung war es im Krieg sehr schlecht und streng. Jeweils zum ersten wurden Liebesgaben abgegeben. Als diese zur Lebensunterhaltung reichten, wurden Kontrollen eingeführt. Ein jeder Landwirt musste seine Anbaufläche angeben, daraufhin wurden die Abgaben verrechnet. Mit der Zeit steigerten sich die Abgaben höher und höher. Es wurde im Dorf eine Kommission beauftragt, die im Herbst beim Dreschen bei jedem Landwirt dabei war, um die Frucht zu wiegen. Dem Landwirt blieb an Eigenbedarf nur noch das Notwendigste. Die Ablieferung wurde immer mehr und strenger, so dass die Unterhaltung der Familie immer schwieriger wurde und oft für die Familie nicht mehr ausreichte. Die Abgaben wurden trotz allem immer mehr. So wurden Überprüfungen angeordnet und ein Landwirt nach dem anderen wurde kontrolliert. Der Landwirt musste dann getrennt auf dem Speicher liegen haben was ihm für jeden Monat zustand, so dass die Menge jederzeit nachgewogen werden konnte. Was zuviel war wurde abgeholt und dazu noch bestraft. Diese Kontrollen galten für alle Lebensmittel wie z.B. Fleisch, Fett, Mehl, Kartoffeln usw. Bei Hausschlachtungen wurde das Schwein gewogen. War das Schwein schwerer als die Menge, die der Familie an Fleisch zustand, musste abgegeben werden. Trotzdem wurden Schwarzschlachtungen vorgenommen. Man nahm die Schwierigkeiten und die Angst auf sich. Mehlkarten wurden ausgestellt. Die Frucht musste zu 80% und später zu 94% ausgemahlen werden. Der Mühlmeister wog das Getreide und nach dem Mahlen das Mehl, dabei wurden von der Polizei noch Kontrollen durchgeführt. Lebensmittel wie Zucker, Öl usw. wurden auf Karten ausgegeben. Der freie Handel war dadurch unterbunden. Nachdem die festgesetzten Mengen aller Art abgeliefert waren folgte Kontrolle nach Kontrolle. Alle Ecken und Winkel wurden durchsucht. Wurde eine Untersuchung vorher bekannt, war rege Tätigkeit angesagt, damit alles in Ordnung war. Das Haus war kein Schutz mehr, so wurde die freie Natur beansprucht. Die Ablieferung von Getreide erfolgte durch den Kommissionär, den Mühlenbesitzer Herrn Alf Palzer. Die Ablieferung von Großvieh, Schweinen und Kälbern erfolgte durch Beschlagnahmung. Die Polizeibeamten gingen von Stall zu Stall und suchten sich das beste Vieh aus. Die Tiere wurden nach Lebendgewicht bezahlt. Mancher Landwirt war dadurch in Not geraten und sein Fortbestand war gefährdet. Der freie Markt war untersagt. Gab jemand freiwillig eine Kuh ab, dem wurde ein junges Rind zur Nachzucht zugesagt. Der Ablieferungskommissar war Sigmund Gärtner aus Sohren. Bei Kartoffeln, Obst und Gemüse war der Kommissar Ferdinand Hammen aus Büchenbeuren und Bautz aus Enkirch zuständig.
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Der zweite Weltkrieg
Als Hitler 1932 an die Macht kam, wurden auch hier in unserem Dorf nationalsozialistische Parteien gegründet. Die H.J. (Hitler Jugend), die B.D.M. (Frauenschaft) und die N.S.V. (Nationalsozialistische Volkspartei). Ortsbürgermeister war zu dieser Zeit Friedrich Bonn und im April 1933 wurde August Bonn gewählt. Ortsgruppenleiter der Partei war Reinhold Barth. H.J. Führer war zuerst Rudolf Bolz später Walter Schuch, dann Ernst Müller und zum Schluss Kurt Bonn. Jungvolk Führer war Hans Weckmann und die B.D.M. Führerin war Else Litz später nach ihrer Heirat Else Bonn. Führerin der Frauenschaft waren Emma Spehr und später Emilie Barth. N.S.V. Führer war Reinhold Barth, und später Johann Weckmann. Im April 1939 wurde im Dorf ein Kindergarten der N.S.V. gegründet. Als Kindergärtnerinnen wurden folgende Frauen eingesetzt: Käthe Weckmann 1940 bis 1941 Paula Hermann 1942 Else Müller aus Büchenbeuren 1942 Am Anfang waren die Mütter misstrauisch. Als sich jedoch die Kinder dort wohl fühlten, waren auch die Mütter zufrieden. Die Kinder waren dort gut aufgehoben und die Mütter konnten ohne Sorgen ihrer Arbeit nachgehen. Am 1. Mai wurde der Muttertag festlich gefeiert. Auf Anordnung des Führers wurde Mütter mit vier und mehr Kindern ein Ehrenkreuz überreicht. Die Führerin der Frauenschaft führte die Mütter unseres Dorfes in den geschmückten Saal des Parteihaus. Parteigenosse Reinhold Barth hielt eine Ansprache, wobei den Müttern das Ehrenkreuz überreicht wurde. Die Gemeinde stellte Kaffee und Kuchen. Dieser Tag sollte jeder Mutter im Gedächtnis bleiben. Auf Anordnung des Führers bekamen alle Frontkämpfer vom Krieg 14-18 ein Verdienstkreuz mit einem Gedenkblatt ausgehändigt. Im Mai 1938 wurde das alte Schulhaus zum Parteihaus umgewandelt. Ortsbürgermeister August Bonn lud dazu die gesamte Gemeinde und den Amtsbürgermeister Weiß aus Büchenbeuren ein. Auch der uns allen unter dem Namen Kaisergarten bekannte Garten in Bärenbach wurde zur gleichen Zeit in "Adolf Hitler Garten" umbenannt, wobei eine Eiche gepflanzt und ein Fackelzug veranstaltet wurde. Franzosen gruben später diese Eiche aus und nahmen das darunter liegende Dokument und die vergrabenen Münzen als Kriegsbeute mit.
1938 Der Neffe des Reinhold Barth, Reinhold Mapne war seit dem Jahre 1936 bei den Fliegern. Reinhold Mapne und seine zwei Schwestern waren Kinder der Schwester des Barth´s. Als sie Vollwaisen wurden wuchs Rheinhold bei der Familie Barth auf.
1939 1.9. Deutscher Angriff auf Polen Im September kam der Krieg. Ein unheimliches Wort für diejenigen, die den Krieg 1914-1918 erlebt hatten. Die Jugend war begeistert: Wer wohl zuerst in den Krieg ziehen und zur Waffe greifen durfte? Zuerst wurden die aktiven Soldaten eingesetzt. Ein Verzeichnis der Kriegsteilnehmer ist im Anhang aufgelistet. In der handschriftlich geführten Chronik steht geschrieben, dass diese Liste der Nachwelt zeigen soll, wie schwer es ein Dorf hat, mit allen Schwierigkeiten und Verlusten, die ein Krieg mit sich bringt, fertig zu werden. Der Führer rief das deutsche Volk auf mitzuhelfen, und somit zum Sieg beizutragen. Für die Soldaten gab es Eintopf-Sonntage, Straßensammlungen, Rotkreuz-Sammlungen, Agrarspenden und so weiter. In der handschriftlich geführten Chronik steht wörtlich geschrieben: "Zuerst erklärte uns Polen den Krieg." Heute weiß man jedoch, dass Deutsche zuerst schossen und somit leider den Krieg begannen. Der Krieg in Polen dauerte 18 Tage. Auch die ersten Einquartierungen deutscher Soldaten waren im September 1939 in Bärenbach. Zuerst eine Tank-Kolonne, später Kradschützen und eine Musik-Kapelle und noch für zwei weitere Tage Infanteristen 3.9. Großbritannien und Frankreich erklären dem Deutschen Reich den Krieg Der Bau am Westwall wurde sehr stark vorangetrieben, es wurde ein Wall aus Beton errichtet. Mit Frankreich glaubte man auch innerhalb zwei Monaten fertig zu werden. Der Führer war über Weihnachten an der Front. Das Saarland wurde auf Wunsch des Führers geräumt. Auch Bärenbach hatte Einquartierungen von Saarländern im Dorf. Es waren welche im leerstehenden Haus von Adolf Schreiner untergebracht. Aber auch Familien, die noch Platz hatten nahmen Saarländer auf. 17.9. Sowjetischer Einmarsch in Ostpolen 25.10. Zentralpolen als Nebenreich zum Generalgouvernement unter deutscher Hoheit erklärt 30.11. Sowjetischer Angriff auf Finnland
1940 9.4. Besetzung Dänemarks Beginn des Angriffs auf Norwegen Am 16.4.40 kam die zweite Metallsammlung. Im Dorf herrschte rege Tätigkeit. In der handschriftlichen Chronik war besonders erwähnt, dass Ortsbürgermeister August Bonn sich von Zinntellern, Zinnschüsseln und anderen wertvollen Metallen trennte. Diese Sammlung war als Geschenk für den Führer gedacht. 10.5. Landung britischer Truppen auf Island Beginn des Feldzuges gegen Frankreich, Einmarsch in die Niederlanden, Luxemburg und Belgien Am 10. Mai weitete sich der Krieg auch auf Luxemburg, Belgien und Holland aus. Auch in unserer Gegend ging der Krieg nicht ohne sichtbare Spuren vorbei. Am 24. Mai fiel in der Gemarkung Sohren eine große Sprengbombe, die erheblichen Schaden anrichtete. Im Kirchberg wurde ein Fliegerhorst eingerichtet. Wenn die Flugzeuge nach Westen flogen überflogen sie Bärenbach. Die älteren Leute waren von den vielen Flugzeugen erschüttert, doch die Jugend winkte ihnen zu. Der Feind warf nachts Flugblätter ab, um so die Bevölkerung zu beunruhigen. Doch die Menschen hierzulande ließen sich nicht beeinflussen. Luxemburg wurde wie Polen in einem Blitzkrieg überrannt. In Belgien und Holland flohen die Regierungen. Die Siegesnachrichten begeisterten das Volk. 28.5. Landung alliierter Streitkräfte im Narvik Erzbahn bleibt in deutscher Hand 10.6. Kapitulation Narviks 14.6. Paris durch deutsche Truppen besetzt 22.6. Deutsch-Französischer Waffenstillstand Die französische Regierung ersuchte um einen Waffenstillstand. Am 25.6.1940, nachts um 1.35 Uhr trat der Waffenstillstand an allen Fronten Frankreich in Kraft. Anlässlich des Waffenstillstandes wurde über den Rundfunk eine würdige Feier übertragen. 1.7. Vichy-Regierung unter Petain. Zusammenarbeit mit den Deutschen 13.8. Beginn der Luftschlacht um England 27.9. Dreimächtepakt Deutschland-Japan-Italien 18.10. Italienische Truppen marschieren in Griechenland ein Im Jahre 1940 auf 41 erschwerte den deutschen Truppen der strengste Winter seit über 40 Jahren den Kampf. In einer Führer-Ansprache sagte Adolf Hitler: "Einem deutschen Soldaten ist nichts unmöglich". Es wurde wieder zu Volksspenden aufgerufen und das Ergebnis war auch in Bärenbach zufriedenstellend.
1941 6.2. Aufstellung des deutschen Afrika-Corps (Rommel) 6.4. Feldzug gegen Jugoslawien und Griechenland 20.5.-1.6. Schlacht um Kreta 24.5. Schlachtschiff Bismarck versenkt das größte britische Kriegsschiff, die Hood 27.5. Untergang der Bismarck 22.6. deutscher Angriff auf die Sowjetunion Es wurden sehr schwere Kämpfe gemeldet, aber die Kampftechnik des deutschen Heeres bewies am Anfang auch hier seine Überlegenheit. Am 30.6.1941 zogen deutsche Truppen in Lemberg ein. Am 10.7.1941 wurden vereinzelte Kämpfe bei Byalystock und Minsk gemeldet. Dann war der Durchbruch durch die Stalin-Linie gepackt. 29.6. Erklärung des Großen Vaterländischen Krieges durch das Zentralkomitee der KPdSU 2.10. Angriff auf Moskau 5.12. sowjetische Gegenoffensive (Kalininfront) 7.12. japanischer Überfall auf Pearl Harbor 11.12. Kriegserklärung Deutschlands an die USA Nun versuchten die Engländer durch Brandplättchen die Bevölkerung zu verunsichern. Meistens wurden Dörfer über Nacht mit diesen Brandplättchen bedroht. Der Schaden der durch diese Brandplättchen entstand war jedoch sehr gering. Mit Vorträgen eines Luftschutzleiters wurde die Bevölkerung auf die Gefahren eines Luftangriffes aufgeklärt. In der Nacht zum 24. Juli umkreisten englische Flugzeuge Bärenbach und warfen Brandplättchen ab. Am nächsten Tag war Brandplättchen-Suche angesagt. Es wurden einige Brandplättchen gefunden, die schon zum großen Teil durch die Sonneneinstrahlung brannten. Auf der Heide in Hillschen, der Waldschauer und am Heidschen wurden welche gefunden. Am Heidschen wurden sogar zwei volle Dosen gefunden. Es wurde jedoch kein wirklicher Schaden angerichtet. Durch die vielen Brandschutz-Vorträge wussten die Bürger wie sie sich bei einem Luftangriff zu verhalten hatten. Besonders die Verdunkelung wurde immer wieder jedem ans Herz gelegt, denn wenn ein Pilot nachts nichts sehen konnte wusste er auch nicht, wo er etwas abwerfen sollte.
1942 3.6.-2.7. Eroberung der Krim 7.11. Landung britischer und amerikanischer Truppen in Nordwest-Afrika 19.11. sowjetische Großoffensive aus dem Don-Brückenköpfen 22.11. Einschließung der 6. deutschen Armee im Raum Stalingrad Vor Weihnachten 1942 erließ der Führer einem Befehl, dass alle Soldaten, die an der Ostfront waren und in Heimaturlaub fuhren, ein Paket von 15 Pfund als Geschenk erhalten sollten. Somit sollte jedem Soldat wieder neuer Ansporn gegeben werden weiter tapfer zu kämpfen. Auch in der Heimat erhielt jeder Bürger eine Sonderzuteilung von Lebensmitteln. Personen über 18 bekamen sogar Schnaps und Kaffee als Sonderzuteilungen. Für ältere Leute gab es Sonderzuteilungen von Mehl, Zucker und auch Schokolade.
1943 Das Jahr 1943 begann wie das alte die Bärenbacher verlassen hatte. Jeder in Bärenbach ging seiner Arbeit nach. Es trafen nun viele Leute und Verwandte von Bärenbachern aus der Stadt im Dorf ein. Viele dieser Leute waren durch die feindlichen Fliegerangriffe obdachlos geworden. Bärenbach blieb bis dahin noch verschont. Alle Flieger flogen über Bärenbach hinweg. 2.2. Kapitulation der 6. deutschen Armee in Stalingrad Am 8.2.1943 wurde eine Straßensammlung als Dank an unsere Soldaten in Bärenbach durchgeführt. Der Erlös in Bärenbach belief sich auf 151 Mark. 13.5. Kapitulation der Deutschen und Italiener in Nordafrika In der Nacht vom 4. zum 5. Oktober 1943 überflogen in den frühen Abendstunden feindliche Flugzeuge unser Dorf. Auch am Tag sah man ganze Flugverbände über unser Dorf hinwegfliegen. In der darauffolgenden Nacht musste ein feindlicher Flieger nach einem Luftkampf notlanden. Bevor das Flugzeug explodierte warf es noch eine Bombe auf die Gemarkung Sohren, die mit einem schrecklichen Krach explodierte. Auf der Gemarkung Winterbach lag alles voller Motorenteile des Flugzeuges. Große Teile der Gemarkung wurden sofort wegen Bomben- und Phosphorgefahr abgesperrt. Nicht alle Insassen konnten sich mit dem Fallschirm retten und starben bei dem Absturz. Es wurden zwei Gefangene gemacht und wie sich herausstellte waren es Kanadier. Fast das ganze Dorf wanderte zur Unglücksstelle. Besonders die Jugend sammelte sich dort Andenken von dem Flugzeug. Am 15. November 1943 wurde auf dem Höfchen ein Splittergraben ausgehoben. 28.12.-1.12. Konferenz von Teheran
1944 Ab dem Jahre 1944 wurde auch eine Nachtwache im Dorf eingesetzt. Diese Nachtwache sollte bei Flieger-Alarm und abgeworfenen Brandbomben
ofort Alarm geben, damit gleich Hilfe zur Stelle war. Im Parteihaus wurde ein Raum eingerichtet, der mit zwei Betten, Tisch und Stühlen und einem Ofen zum Heizen eingerichtet wurde. So wurde der Nachtwache auch eine Gelegenheit geschaffen sich auszuruhen. Früh am 30. Januar flogen scharenweise feindliche Flieger über Bärenbach hinweg. Deutsche Jäger flogen pausenlos Abwehreinsätze. Es war gerade 11.00 Uhr vormittags, da hörte man die Bordkanonen und Maschinengewehre der Flieger. Es war ein unheimlicher Luftkampf im Gange. Plötzlich hörte man ganz deutlich wie ein Flugzeug schwer getroffen wurde. Sekunden später landete es zwischen der Bärenbacher und Würricher Gemarkung auf der Steitwiese (Gemarkung Würrich). Als man am Flugzeug ankam, sah man, dass es sich um einen deutschen Jäger handelte. Der Pilot, ein Ritterkreuzträger, war tödlich verwundet. Die Hilfspolizei und die Wehrmacht waren schon einige Zeit später an der Stelle, an der das Flugzeug notgelandet war und brachten den toten Piloten weg. 6.6. Alliierte Landung in der Normandie 22.6. Beginn des sowjetischen Hauptangriffs in Mittel-Rußland 20.7. Attentat auf Hitler 25.8. Einzug General de Gaulles in Paris Im September wurden Soldaten aus dem Westen in Bärenbach einquartiert. Es handelte sich um eine Flack-Einheit. Am Freitag den 30.09.1944 wurden in unserem Dorf Panzerfallen gebaut. Im Dorf standen zwei Blöcke, die aus insgesamt 88 Baumstämmen und Unmengen an Wacken, die in die Zwischenräume gefüllt wurden, aufgebaut waren. Die eine stand auf dem Höfchen zwischen Schmittinger und Blümling und die andere im Dorf zwischen Arend und Bonn. 16.12. Beginn der deutschen Ardennen-Offensive Zur gleichen Zeit etwa wurden auch Panzerverbände und Nachrichtentruppen in Bärenbach einquartiert. Zur Jahreswende entbrannten die Kämpfe an der deutschen Grenze.
1945 Am Montag, dem 2.01. wurde Hahn bombardiert - 6 Tote. Und zudem wurden fast alle Häuser irgendwie beschädigt. 4.01 bis 11.2. Konferenz von Jalta Am 10. Februar 1945 wurde eine Kleider und Lumpen-Sammlung durchgeführt. Es wurden viele Sachen gespendet. Peter Schneider gab die Uniform seines gefallenen Sohnes Wilhelm ab. In Bärenbach stieg die Zahl der Evakuierten, die aus Prümm, Trier und Bonn kamen auf 58 Personen. Am Dienstag den 17.1.45 überflog in den Abendstunden etwa um 6 Uhr ein Tiefflieger Bärenbach. Auf einmal war lautes Maschinengewehr-Geräusch zu hören. Die Scheune von Friedrich Bonn und der dahinter liegende Acker von Peter Hermann waren unzählige Male getroffen worden. Es wurde einfach nicht genug vor den Tieffliegern gewarnt. Diese Tiefflieger hatten Anweisung in der Dunkelheit auf jeden Lichtschein zu schließen. Am 2. Februar 1945 wurden in Bärenbach an verschiedenen Stellen Laufgräben ausgehoben. Der Volkssturm wurde zusammengerufen und mehr oder weniger ausgebildet. Herr Fabry, der Dorflehrer, war stellvertretender Kompanieführer. Am 22.2.1945 wurde auch in Bärenbach ein neues Gesetz eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt musste kein Arzt mehr zur Leichenschau herbeigerufen werden. Vielmehr reichte es, wenn der Ortsbürgermeister oder ein Vorsitzender der Partei die Leichenschau vornahm. Am Freitag, 23. Februar 1945 wurde in der Hill mit einem Stollen angefangen. Der Kompressor und alle anderen dazu nötigen Mittel wurden von der Ortsbehörde herbeigeschafft. Die Aufsicht hatte Karl Heib, der Schießmeister war. Am 25.2.1945 wurde nun zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres von Feindflugzeugen Tanks abgeworfen. Die Kinder bauten sich aus diesen Tanks ein Boot und fuhren auf dem Brandweiher damit herum. Am 5.3.1945 wurden im Wald fünf Bomben abgeworfen. Die Flugzeuge wurden wahrscheinlich durch das Feuer der Waldarbeiter aufmerksam. Die Waldarbeiter wollten sich dort gerade ihr Mittagessen wärmen. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Durch die Wucht der Explosion wurden ganze Tannen mit ihren Wurzeln herausgerissen. Bärenbach war nun ständig mit irgendeiner Einheit Soldaten belegt. Kaum war eine Einheit abgezogen, war auch schon die nächste Einheit da. Am 15.3.1945 um etwa fünf Uhr abends beschossen feindliche Jagdbomber unser Dorf. Durch den Beschuss fing es bei Wilhelm Hermann zu brennen an. Auch bei Otto Sturm waren Einschläge im Haus zu sehen. Die Giebelseite von Otto Becker`s Haus war total durchlöchert worden. Das Bett seiner Tochter wurde zweimal durchschossen. Auch die Panzersperren auf dem Höfchen wurden beschossen. Hinter einer der Panzersperre hatte ein Soldat Zuflucht gesucht. Schmaus und Blümling hatten einem Erdbunker bebaut, der auch beschlossen wurde. Im Bunker hatte Klemens Eidens Schutz gesucht. Feindliche Artillerie beschoss nun die Straßen von Sohren nach Kirchberg und Würrich nach Kappel. Am 18. März 1945 um halb elf vormittags war für die Bärenbacher der Krieg zuende. Ein amerikanischer Panzer durchfuhr von der Hunsrückhöhenstraße her Bärenbach . Das Dorf blieb unbeschädigt. Ab diesem Zeitpunkt stand Bärenbach unter amerikanischer Herrschaft. Kurz darauf fuhren auch Lastwagen durch unser Dorf und hielten sich in Richtung Sohren. Amerikanischer Truppen zogen in drei Gruppen gefechtsmäßig vom Nord-Ausgang des Dorfes in Richtung Schwarzen. Hierbei wurden die ersten drei Häuser von Bärenbach nach Soldaten durchsucht. Als die Soldaten den Weg nach Schwarzen überschritten hatten bogen sie in Richtung Wald ab und zogen weiter auf die Straße Richtung Sohren und Kirchberg zu. In Bärenbach selbst fanden keinerlei Kampfhandlungen statt. Der Volkssturm trat nicht in Aktion und brachte somit auch keine Zivilisten in Gefahr. Ununterbrochen rollten noch Panzer, Autos und Fahrzeuge aller Art Tag und Nacht von der Höhenstraße kommend durch Bärenbach nach Sohren. Die Luft war Tag und Nacht mit dem Motorengeräusch freundlicher Kampfflugzeuge erfüllt, die aber bei den Bärenbachern nicht mehr die Angst auslösten wie die Jahre zuvor. 30.4. Selbstmord Hitlers, Großadmiral Dönitz Nachfolger des Führers 6.-9.5. Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht.
Im Folgenden ist eine Liste aufgeführt, die jene Namen der Bärenbacher enthält, die im Zweiten Weltkrieg dienten: Hier muss noch die Liste der Kriegsteilnehmer eingefügt werden
Während des Krieges wurde auch in Bärenbach das Karten-System eingeführt. Die Selbstversorger erhielten andere Karten als diejenigen, die fast alles von anderen beziehen mussten. Später wurden auch die Mahl-Karten eingeführt. Zum größten Teil waren die Leute der Molkerei, die am 1. September 1928 in Büchenbeuren eröffnet worden war, angegliedert. Ab August 1942 wurden dann alle Leute, die Vieh hatten an die Molkerei angegliedert. Von hier aus bezog der Milchlieferant seine Butter, während die Nicht-Selbstversorger ihrer Butter in den Geschäften beziehen mussten. Vor den Weihnachtstagen war während des Krieges im Dorf immer rege Tätigkeit angesagt. Nicht nur die Leute, die Angehörige bei der Wehrmacht hatten schickten Pakete, sondern auch die Gemeindevertretung machte jedem Soldat ein Päckchen fertig, und sandte es ihm zu. Damit sollte die Verbundenheit zwischen Heimat und Front zum Ausdruck gebracht werden. Im Jahre 1940 kam die erste Kleider-Karte. Der Staat wollte damit jedem Volksgenossen Gelegenheit geben, sich anständig zu kleiden. Im Jahre 1942 wurde dann auch eine Raucher-Karte eingeführt. Männer bekamen für jeden Tag einen Punkt, Frauen alle zwei Tage. Während des ganzen Krieges musste jeder Bürger seinen Ausweis oder seine Kennkarte mit Bild mit sich führen. Die N.S.V. gab Bücher an ihrer Mitglieder aus, die als Ausweis galten. Die Sammelsonntage ,die durch die N.S.V. durchgeführt wurden brachten erhebliche Summen ein. Damit wurden Kriegsfrauen und deren Kinder, Kriegseltern und Bedürftige unterstützt. Die kriegshinterbliebenen Eltern und Frauen bekamen abhängig von dem Verdienst des Eingezogen eine Unterstützung. Mit den Geldern wurden aber auch Kinderheime gebaut. Vor allem wurde aber für Mutter und Kind gesorgt. Kinderreiche und Bedürftige wurden zuerst bedacht. Es wurden viele Gutscheine für Kleidungsstücke und Wäsche ausgegeben. Nach der Invasion der Amerikaner wurde zugleich die amtliche Organisation aufgelöst und eine Militärregierung übernahm die Verwaltung. Der Bärenbacher Ortsbürgermeister August Bonn musste auf Anordnung dieser Militärregierung sein Amt niederlegen, obwohl er dieses schon zwölf Jahren inne hatte. Wilhelm Herrmann wurde zum Nachfolger ernannt. Für den neuen Bürgermeister gab es viel zu tun. Er musste täglich meist mehrmals die Gemeindeglocke läuten und die neuesten Verordnungen bekanntgeben. Zunächst wurde ein Ausgangsverbot verfügt. Vor sechs Uhr früh und abends nach 8 Uhr durfte sich niemand auf der Straße zeigen. Tagsüber durfte sich niemand weiter als sechs Kilometer von seinem Heimatort entfernen. Sämtliche Waffen, optische Geräte und Fotoapparate, sowie alle Schreibmaschinen mussten abgegeben werden. Amerikanische Soldaten machten täglich Stichproben in den Häusern. Unter anderem wurden die Häuser von Adam Müller, Julius Theiß, August Bonn, Edmund Jung und die Schule durchsucht, aber bei niemanden fanden sie etwas Strafbares und so blieben die Bärenbacher unbehelligt. Es wurden keine direkten Truppen in Bärenbach als Besatzung zurückgelassen. Am 17.5.1945 erhielt jeder, der über zwölf Jahre alt war einen amerikanischen Ausweis. Dieser Ausweis wurde am 12.10.45 durch die Franzosen übernommen. Ab dem 1. Oktober wechselte die Besatzungsmacht: an die Stelle der Amerikaner traten die Franzosen. In Sohren und Büchenbeuren wurden französische Besatzungstruppen stationiert. Diese Besatzungstruppen mussten natürlich auch ernährt und unterhalten werden. So folgten Abgaben um Abgaben. Es musste fast alles abgegeben werden. Zum Beispiel: Getreide, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Heu, Stroh, Zucht- und Schlachtvieh, Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Gänse, Hühner und Eier. Aber auch Milch, Butter und Käse mussten teilweise abgegeben werden. Zugleich wurden französische Lebensmittelkarten für die Bevölkerung ausgegeben. Diese Lebensmittelkarten wurden in drei Arten ausgegeben: Selbstversorger, Teil- Selbstversorger und Normalverbraucher. Insgesamt wurden im Jahre 1945 von den Bärenbachern folgende Abgaben an die Besatzungsmacht geleistet: 19 Kühe, 15 Rinder, 6 Ochsen, 18 Kälber, eine unbekannte Zahl an Gänsen, Hühnern und Eiern, 24 Zentner Roggen, 42 Zentner Weizen, 200 Zentner Hafer und 1800 Zentner Kartoffeln. Des weiteren wurden vier Fahrräder, fünf Betten, 70 Bett-Tücher und Kopfkissen, Bezüge, Steppdecken, Wollkissen, Tischmesser, Löffel und Gabeln, Teller und Suppenterrinen abgegeben. Durch das Waffenverbot ruhte auch die Jägerei in Bärenbach. Die Besatzungstruppen schossen zwar Rehe aus dem Wald, aber das Schwarzwild blieb größtenteils unbehelligt, so dass es sich ungestört vermehren konnte und zu einer Plage wurde. Nicht nur die Abgaben zehrten an dem Einkommen der Bärenbacher, sondern auch der enorme Schaden der Wildschweine. Nach vorsichtigen Schätzungen belief sich er Wildschaden auf 104 Zentner Getreide.
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